Mein Kopf ist eine Stadt zur Rushhour, ohne Ampeln, ohne Plan,
alle Wege wollen gleichzeitig, keiner kommt allein voran.
Ein Blick, ein Zucken deiner Stirn — schon stürzt ein Kartenhaus,
ich höre Schatten zwischen Wörtern, male Ablehnung daraus.
Ich halte Atem an in Räumen, die zu laut sind und zu dicht,
ich will zuhören, doch das Innen brüllt mir ins Gesicht.
Du sagst nur: “Passt schon, halb so wild”, ich höre: “Geh lieber fort.”
Ich weiß, es steht so nirgends drauf — doch so spricht’s in mir sofort.
Ich platze mitten in Gedanken, rette Fäden, die entfliehn,
verliere Namen, halte Nähe, doch vergesse oft den Sinn.
Ich sage zu viel, zu schnell, zu ehrlich, ich will nur, dass du’s weißt,
wie sehr mir deine kleinen Zeichen ganze Wetter machen: Geist.
Ein Augenrollen trifft wie Donner, ich such Schuld in jedem Ton,
ich sammel Scherben, bis die Taschen reißen, und ich bleib’ schon.
Ich übe leise, dich zu fragen: “War das wirklich so gemeint?”
Doch davor hab’ ich tausend Filme, wo die Bühne gegen mich scheint.
Sieh mich hinter meinem Rauschen, bleib, auch wenn es viel erscheint.
Frag, bevor du still mich deutest, was mein Herz gerade meint.
Sag nicht: “Sei doch einfach anders”, teil mit mir den Zwischenraum,
dann verwandelt sich mein Zweifel in ein kleines Stück von Traum.
Ich trage Masken aus Kalendern, kleb’ mir Regeln ins Gesicht,
damit kein Funke überläuft und wieder etwas zwischen uns zerbricht.
Ich lächle tapfer über Pausen, die ich eigentlich bräucht’,
bis mir der Boden unter Sätzen wie ein dünnes Eis wegäugt.
Ich will so gern verlässlich scheinen, bin’s in Liebe, nicht in Zeit,
die Uhr ist mir ein scheues Tier, das selten neben mir verweilt.
Wenn ich zu spät komm’, komm’ ich trotzdem — mit der Seele unterm Arm,
und hoffe, dass du siehst, dass ich dich meine. Dass es reicht und warm.
Stell dir vor, wir bauen Brücken aus drei einfachen “Ich hör’”,
aus “Meinst du das so?” und “Danke, dass du bleibst, auch wenn es stört.”
Stell dir vor, ein offnes Zimmer, wo mein Sturm nicht stören muss,
wo dein Blick nicht Kanten zählt, sondern meinen ersten Mut zum Kuss.
Stell dir vor, ich nenn’ die Wunden, ohne dass ich kleiner bin,
wir zählen nicht, was fehlt, nur das, was wächst, wenn wir beginnen.
Und ich steh’ mitten in mir drin und plötzlich ist es klar:
Ich bin nicht falsch, nur anders laut — und du sagst: “Ich bin da.”
Sieh mich hinter meinem Rauschen, bleib, auch wenn es viel erscheint.
Frag, bevor du still mich deutest, was mein Herz gerade meint.
Sag nicht: “Sei doch einfach anders”, teil mit mir den Zwischenraum —
und hör mein leises, großes Ja: So fühlt sich Verstehen an.