Immer
Immer
Ich vergesse wieder Kleines, Türen, Worte, Namen,
die Zeit rennt Spurlos, ich verliere Takt.
Ich will dich nicht verletzen, Zeichen rutschen durch,
pünktlich sein ein Wunsch, den Alltag selten packt.
Es bleibt, was bleibt – ich lerne nur, es leichter zu verwalten,
ich dreh’ die Schärfe runter, doch das Muster bleibt erhalten.
Immer wird’s so bleiben – und doch: ich geh nicht unter,
die Schnitte brennen kurz, die Haut wird wieder warm.
Immer werd’ ich fehlen – doch kehr zu dir zurück,
nenn meinen Fehler beim Namen, ohne Schau.
Dreht meine Welt anders als deine Stunden,
halt’ ich mich fest an uns – und finde Grund.
Ich rede tausend Bilder, stolper’ in dein Wort,
zu helles Lachen, dann zu schnelles Weinen.
Nicht alles filterbar, was Räume heute tragen,
mal laut vor Liebe, dann plötzlich ganz still.
Es bleibt, was bleibt – ich übe weich, statt hart zu heilen,
ich leg’ die Hand auf Wunden, ohne Ausreden zu teilen.
Immer wird’s so bleiben – doch wir sinken nicht,
wir tragen unsere Muster wie ein wetterfestes Kleid.
Immer wird’s so schneiden – doch wir zerreißen nicht,
wir halten uns im Da-Sein, nicht im makellosen Kleid.
Misst uns die Welt mit stummen Kunde,
sag ich: Ich seh dich ganz – und finde Grund.
Bin ich zu hell, nimm mir sanft ein wenig Leuchten,
bin ich zu still, bleib als leiser Zeuge hier.
Wir lernen, ohne uns endlos zu beschwichtigen,
Vertrauen hat Geduld – und zählt nicht jede Tür.
Immer – ich falle, steh wieder – geh nicht unter.
Immer – schmerz, bleib warm – ich bleib im wunder.
Immer – ich seh dich ganz um mich –
Schneidet es wieder, sing ich: Ich breche nicht.