
时间:2026-02-27
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"Elektra
Orest!
Orest! Orest! Orest!
Es rührt sich Niemand.
O laß deine Augen mich sehn, Traumbild, mir
geschenktes Traumbild, schöner als alle Träume.
Hehres, unbegreifliches, erhabenes Gesicht, o
bleib bei mir! Lös’ nicht in Luft dich auf, vergeh
mir nicht, vergeh mir nicht, es sei denn, daß ich
jetzt gleich sterben muß und du dich anzeigst
und mich holen kommst: Dann sterb’ ich seliger
als ich gelebt.
Orest! Orest! Orest
Nein, du sollst mich nicht umarmen!
Tritt weg!
Ich schäme mich vor dir. Ich weiß nicht, wie du
mich ansiehst. Ich bin nur mehr der Leichnam
deiner Schwester, mein armes Kind. Ich weiß:
Es schaudert dich vor mir, und war doch eines
Königs Tochter. Ich glaube, ich war schön:
Wenn ich die Lampe ausblies vor meinem
Spiegel, fühlt ich es mit keuschem Schauer. Ich
fühlt’ es, wie der dünne Strahl des Mondes in
meines Körpers weißer Nacktheit badete so wie
in einem Weiher.
Und mein Haar war solches Haar, vor dem
die Männer zittern, dies Haar, versträhnt,
beschmutzt, erniedrigt. Verstehst du’s, Bruder?
Ich habe Alles, was ich war, hingeben müssen.
Meine Scham hab’ ich geopfert, die Scham,
die süßer als Alles ist, die Scham, die wie der
Silberdunst, der milchige des Monds, um jedes
Weib herum ist und das Gräßliche von ihr und
ihrer Seele weghält. Verstehst du’s, Bruder!
Was schaust du ängstlich um dich? Sprich zu mir!
Sprich doch! Du zitterst ja am ganzen Leib?"