
时间:2026-02-27
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"Elektra
Du! Du! Denn du bist stark!
Wie stark du bist. Dich haben die jungfräulichen
Nächte stark gemacht. Überall ist so viel Kraft in
dir. Sehnen hast du wie ein Füllen. Schlank sind
deine Füße. Wie schlank und biegsam – leicht
umschling ich sie – deine Hüften sind.
Du windest dich durch jeden Spalt, du hebst
dich durch’s Fenster! Laß mich deine Arme
fühlen, wie kühl und stark sie sind! Wie du mich
abwehrst, fühl’ ich, was das für Arme sind!
Chrysothemis
Laß mich!
Elektra
Nein, ich halte dich. Mit meinen traurigen,
verdorrten Armen umschling ich deinen Leib,
wie du dich sträubst, ziehst du den Knoten
nur noch fester, ranken will ich mich rings um
dich, versenken meine Wurzeln in dich und mit
meinem Willen dir impfen das Blut.
Chrysothemis
Laß mich!
Elektra
Nein, ich laß dich nicht.
Chrysothemis
Elektra, hör’ mich! Du bist so klug, hilf uns aus
diesem Haus. Hilf uns in’s Freie!
Elektra, hilf uns, hilf uns in’s Freie ...
Elektra
Von jetzt an will ich deine Schwester sein, so wie
ich niemals deine Schwester war! Getreu will
ich mit dir in deiner Kammer sitzen und warten
auf den Bräutigam. Für ihn will ich dich salben,
und ins duftige Bad sollst du mir tauchen wie der
junge Schwan und deinen Kopf an meiner Brust
verbergen, bevor er dich, die durch den Schleier
glüht, wie eine Fackel, in das Hochzeitsbett mit
starken Armen zieht.
Chrysothemis
Nicht, Schwester, nicht. Sprich nicht ein solches
Wort in diesem Haus.
Elektra
Dir führt kein Weg hinaus, als der. Ich laß’
dich nicht, eh’ du mir Mund auf Mund es
zugeschworen, daß du es tun wirst.
Chrysothemis
Laß mich!
Elektra
Schwör’, du kommst heut Nacht, wenn alles still
ist, an den Fuß der Treppe!
Chrysothemis
Laß mich!
Chrysothemis
Ich kann nicht!"